I. Stadtentwicklung, Klimaschutz und Verkehr

B├╝ndnis 90/DIE GR├ťNEN k├Ąmpfen f├╝r lebenswerte und attraktive St├Ądte, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen und hohe Aufenthaltsqualit├Ąt bieten. Wir wollen kurze Wege und eine Abkehr von der Autozentriertheit. Wir wollen gute Luft in der Stadt, Lebensqualit├Ąt und Mobilit├Ąt f├╝r alle Generationen. Die st├Ądtebauliche Entwicklung unserer Stadt muss mit zeitgem├Ą├čen und innovativen, insbesondere aber nachhaltigen Wohn- und Verkehrsformen einhergehen. 

Unserer Doppelstadt besteht aus lebenswerten Stadtteilen und D├Ârfern. F├╝r die Beibehaltung ihrer Lebensqualit├Ąt, Tradition und Struktur setzen wir uns ein. Trotz des seit ├╝ber 15 Jahren erfolgten Stadtumbaus gibt es noch zu viele Stadtviertel und Ortsteile mit erheblichen und weiter zunehmenden Defiziten, die neue Bewertungen und m├Âglicherweise auch ein Umdenken erfordern. F├╝r die Stadtteile, deren Potential noch nicht ausgesch├Âpft wurde, fordern wir ein Quartiersmanagement.

Die erfreuliche Entwicklung des Dessauer Zentrums muss fortgesetzt werden. Die neue Kavalierstra├če mit der zentralen Haltestelle f├╝r Busse und Bahnen ist ein Qualit├Ątsgewinn. Mit den vielf├Ąltigen Aktivit├Ąten von Wohnungsgesellschaften und privaten Bauherren entlang der neuen Kavalierstra├če und dem Bauhaus Museum Dessau gewinnt das Stadtzentrum Attraktivit├Ąt. Die Ausweitung der fu├čg├Ąngerfreundlichen Innenstadt mit komfortablen Fu├čwegen, die Sanierung von Johannisstra├če und Ferdinand-von-Schillstra├če und die Umgestaltung des Neumarkts vor der Johanniskirche sind unsere Ziele. Die Ideen aus der LaGa-Bewerbung wollen wir weiterentwickeln. Vorhaben, wie die Umgestaltung der Askanischen Stra├če und des August-Bebel-Platzes und den geplanten Hotelbau am Schlossplatz, werden wir unterst├╝tzen. 

Verst├Ąrkte Aufmerksamkeit f├╝r den baulichen sowie sozialen Zustand ben├Âtigt das Zentrum Ro├člaus: Das engagierte Vereinsleben und seine Orte wollen wir weiter st├Ąrken. F├╝r pr├Ągende Objekte, wie z. B. die Brauerei in Ro├člau am Marktplatz, m├╝ssen endlich L├Âsungen gefunden werden.Die geplante Ortsumfahrung ├╝ber das Werftgel├Ąnde wird dringend ben├Âtigt. F├╝r die Luchstra├če und das Bahnhofsumfeld wollen wir ein Sanierungs- und Entwicklungskonzept erstellen.

Auch im Quartier um das Leipziger Tor sehen wir hohen Handlungsbedarf. Hier trifft gr├╝nderzeitliche Stadterweiterung auf Plattenbauten. Wir wollen den innenstadtnahen Stadtteil schrittweise aufwerten und den sozialen Brennpunkt mit st├Ądtebaulichen und sozialen Anstrengungen eind├Ąmmen. Wir unterst├╝tzen neue Wohn- und Nutzungsformen, bei denen beispielsweise Energieautarkie mit dem Selbstversorgungsgedanken wie im Modellprojekt Urbane Farm kombiniert wird.

Neben der Aktivierung der Zentren muss nach unserem Verst├Ąndnis immer die Entwicklung der Stadtgestalt und Fl├Ąchennutzung in ihrer Gesamtheit und die Lebensqualit├Ąt in den Stadt- und Ortsteilen aktiv gestaltet werden. Dabei kommen wir um unbequeme Fragestellungen nicht herum. Welche Zukunft k├Ânnen z. B. die Wohngebiete am Zoberberg oder der Schaftrift haben, wenn mitten im Zentrum Quartiersbl├Âcke wie in Marktstra├če oder Steinstra├če leer stehen?

Wir GR├ťNE werden uns einsetzen f├╝r:

  • verst├Ąrkte Klimaschutzma├čnahmen. Alle geeigneten Mittel zur energetischen Optimierung und CO2-Einsparung – von der Stadtplanung ├╝ber Verkehr und Infrastruktur bis in den Geb├Ąudebetrieb – m├╝ssen in einem hauptamtlichen Klimamanagement, das dem Oberb├╝rgermeister direkt zu unterstellen ist, geb├╝ndelt und von ihm ├ämter ├╝bergreifend vorangetrieben werden.
  • den Einsatz erneuerbarer Energien und Technologien zur Effizienzsteigerung bei allen anstehenden Neubau- und Sanierungsma├čnahmen.
    Durch die Verwendung von Solarelementen, W├Ąrmespeichern, W├Ąrmepumpen, aber auch schon durch einfache L├╝ftungsstrategien kann eine Menge Energie eingespart werden. Die Sanierungen st├Ądtischer Geb├Ąude sollen daf├╝r eine Vorbildwirkung in der Stadt des Umweltbundesamtes und des Bauhauses entfalten. 
  • die F├Ârderung des Fahrradverkehrs und die Schaffung von Barrierefreiheit im Fu├čverkehr. Hierzu sind alle in Frage kommenden F├Ârderprogramme zu nutzen. Das Radwegekonzept ist unter Ber├╝cksichtigung neuer Trends auch weiterhin konsequent abzuarbeiten. Dazu geh├Ârt nach unserem Verst├Ąndnis auch der Bau moderner Radabstellanlagen. Dessau-Ro├člau soll sich an der AG fahrradfreundlicher Kommunen beteiligen. Vor Schulen, sozialen Einrichtungen, aber auch an anderen neuralgischen Punkten fordern wir grunds├Ątzlich Tempo-30-Zonen. Modellhaft soll ein ÔÇ×shared spaceÔÇť (offener Verkehrsraum) verwirklicht werden.
  • die Weiterentwicklung des ├Âffentlichen Nahverkehrs. Der ├Âffentliche Nahverkehr muss durch Beitritt zum Mitteldeutschen Verkehrsverbund weiter verbessert werden. Durch mehr Werbung, passendere ├ťberg├Ąnge zum Bahnverkehr besonders am Tagesrand und nachts, funktionierende Anschl├╝sse zwischen Stra├čenbahn und Bus, modernes Ticketing sowie saubere und einladende Haltestellen sollen mehr Fahrg├Ąste f├╝r den ├Âffentlichen Nahverkehr gewonnen werden. Ebenso liegt uns die Anbindung Dessau-Ro├člaus an den Gro├čraum Berlin besonders am Herzen. ├ťber die NASA wollen wir erreichen, dass Dessau Hbf wieder zu einem echten Knoten mit passablen Umsteigezeiten wird. Vor dem Hintergrund der Anbindung unserer Doppelstadt an den l├Ąndlichen Raum werden wir uns f├╝r Schnittstellen zwischen motorisiertem Verkehr, Fahrradverkehr und Schienennetz einsetzen. Dabei sollten B├╝rgerbusse, Car-Sharing und Leihfahrr├Ąder zum Einsatz kommen.
  • die F├Ârderung und Weiterentwicklung von Schul- und Kleing├Ąrten, gemeinsam mit den Gartenvereinen und auf Basis der Kleingartenkonzeption.
  • eine Neuregelung f├╝r Stra├čenausbaubeitr├Ąge auf Landesebene mit dem Ziel der Reduzierung auf Beitr├Ąge bei substanziellen Wertsteigerungen. Bei der Anwendung von Stra├čenausbaubeitr├Ągen sehen wir die Gefahr von Ungleichbehandlungen und einen nachgewiesen hohen Verwaltungsaufwand. 
  • die Teilnahme der Stadt an der Europ├Ąischen Mobilit├Ątswoche.

II. Umwelt und Natur

Die letzten Jahre haben uns mit dem Hochwasser und dem letzten extrem trockenen und hei├čen Sommer deutlich gezeigt, welche Herausforderungen auf uns im Zuge der Klimakatastrophe zukommen. Unsere Stadt ist gefordert, alles ihr M├Âgliche zu tun, um zum Klimaschutz beizutragen (siehe Kap. I), sich aber auch auf die schwerwiegenden ├änderungen des Klimas einzustellen. Hochwasserschutz und der Umgang mit Wassermangel sind dabei besondere Herausforderungen. Dabei darf die Verbesserung des technischen Hochwasserschutzes nicht alleine im Vordergrund stehen. Ein nachhaltiger Hochwasserschutz kann nur erreicht werden, wenn ├╝berregional Strategien entwickelt und insbesondere ├ťberflutungsfl├Ąchen geschaffen werden.

Elbe und Mulde sowie das Biosph├Ąrenreservat ÔÇ×Mittlere ElbeÔÇť pr├Ągen die einzigartige Kultur- und Naturlandschaft, in der und von der wir leben und die einen Schatz f├╝r unsere Stadt darstellen. Diesen wollen wir sch├╝tzen, aber ebenso als Erholungsraum und f├╝r naturnahen Tourismus nutzen. 

Wir Gr├╝ne sehen uns aus ├ťberzeugung und aufgrund unserer Parteigeschichte als nat├╝rliche Partner der anerkannten Umweltverb├Ąnde und entsprechender B├╝rgerinitiativen. Wir werden die ├Ârtlichen Aktivit├Ąten und Projekte dieser Gruppierungen dort, wo es uns m├Âglich ist und sinnvoll erscheint, im politischen Raum unterst├╝tzen. 

Wir GR├ťNE werden uns einsetzen f├╝r:

  • den Schutz der Elbe und Mulde einschlie├člich der FFH-Gebiete, des UNESCO-Welterbes Dessauer-W├Ârlitzer Gartenreich, des UNESCO-Biosph├Ąrenreservats Mittelelbe und der weiteren Schutzgebiete sowie die Unterst├╝tzung der relevanten Initiativen zum Erhalt der Flusslandschaft Elbe und die sorgf├Ąltige und kritische Pr├╝fung von Bauvorhaben. Wir wollen lebendige und saubere Fl├╝sse und Seen sowie die Wiederanbindung des Rehsumpfs an die Mulde.
  • die Nutzung der Flusslandschaft als Erholungsraum f├╝r B├╝rgerinnen und B├╝rger, zum Beispiel durch die Einrichtung einer Badestelle direkt an der Mulde. Naturnahe Angebote, wie zum Beispiel Fluss- oder Fahrradtourismus, sollen den Tourismus in unserer Stadt st├Ąrken.
  • die Beteiligung der/des Naturschutzbeauftragten bei allen Verk├Ąufen von naturschutzfachlich relevanten Fl├Ąchen.
  • eine fr├╝hzeitige und umfassende B├╝rger*innenbeteiligung sowie die Ber├╝cksichtigung der Interessen des Natur- und Umweltschutzes und der Naherholungsfunktion der Landschaft bei (Bau-)Projekten.
  • mehr innerst├Ądtisches Gr├╝n mit geringem Pflegeaufwand zur Freude der B├╝rgerinnen und B├╝rger, zur Luftreinhaltung, gegen ├ťberhitzung und als Insektenlebensraum. Die Schaffung von Bl├╝hhecken, Bl├╝hstreifen, Bl├╝hwiesen und der Erhalt und die Pflege der Streuobstwiesen liegen uns am Herzen.
  • ein Bekenntnis der Stadt Dessau-Ro├člau als „pestizidfreie Kommune“, wie schon 250 deutsche St├Ądte zuvor. Der Eigenbetrieb Stadtpflege setzt schon jetzt keine Pestizide bei der Pflege ├Âffentlicher Fl├Ąchen mehr ein, denn ein kompletter Verzicht auf Pestizide in Kommunen ist schon heute m├Âglich, ohne die Unterhaltungspflichten einer Gemeinde zu vernachl├Ąssigen. 
  • die Verbesserung des Herdenschutzes durch eine Zusammenarbeit mit dem Wolfskompetenzzentrum.
  • die Einschr├Ąnkung von Baumf├Ąllungen auf das unvermeidbare Ma├č und deren nachvollziehbare und transparente Darstellung f├╝r die B├╝rgerinnen und B├╝rger sowie f├╝r Ersatzpflanzungen, die schnell wieder eine ansprechende Wuchsh├Âhe erreichen.
  • die F├Ârderung der Umweltbildung f├╝r Familien und in Schulen, um Natur- und Umweltschutz erfahrbar und erlebbar zu machen, zum Beispiel durch die F├Ârderung von Schulg├Ąrten und Schulimkern.

III. Wirtschaft, Tourismus, Bildung und Wissenschaft

kompetent, kooperativ und erfolgreich

Bildung und Wissenschaft

Dessau-Ro├člau hat national und international ausstrahlende Institutionen, wie die Stiftung Bauhaus, das Umweltbundesamt oder die Hochschule Anhalt. 

Neben der St├Ąrkung und besseren Vernetzung der akademischen und wissenschaftlichen Einrichtungen liegt uns die Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen in Kindergarten, schulischen und au├čerschulischen Einrichtungen besonders am Herzen. Denn Bildung ist das Wichtigste, das wir ihnen mit auf den Weg geben k├Ânnen.

Eltern ben├Âtigen dringend langfristige Sicherheit zum Wiedereinstieg ins Berufsleben. Ein ausreichendes Angebot an qualit├Ątsvollen Einrichtungen f├╝r die Kinder im Kleinkindalter ist deshalb erforderlich.

Wir wollen uns au├čerdem daf├╝r einsetzen, dass die Zahl der Studienpl├Ątze in Dessau-Ro├člau erh├Âht wird. Studieng├Ąnge, die f├╝r die gro├čen Arbeitgeber relevant sind, sollten das bisherige Angebot erg├Ąnzen. So kann Fachpersonal in der Region ausgebildet und gehalten werden.

Wir GR├ťNE werden uns einsetzen f├╝r:

  • die Weiterentwicklung des Bildungsstandortes Dessau-Ro├člau, damit hier auch weiterhin innovative Ideen entwickelt und verwirklicht werden k├Ânnen.
  • eine St├Ąrkung und den Ausbau des Hochschulstandortes Dessau-Ro├člau. Dem Hochschulcampus ist bestm├Âglicher Freiraum einzur├Ąumen. Wir wollen die Kooperation mit forschungsrelevanten Institutionen wie Bauhaus, Umweltbundesamt, Deutscher Bahn, Pharmapark und Klinikum unterst├╝tzen und zur Entwicklung innovativer Studieng├Ąnge nutzen.
  • den verst├Ąrkten Ausbau von Netzwerken zwischen Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft.
  • eine verbesserte Vermittlung von Grundlagen gesunder Ern├Ąhrung an Kinder und Jugendliche, z. B. durch Schulgartenprojekte.
  • die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Ro├člau, um kurze Schulwege zu gew├Ąhrleisten.
  • die Unterst├╝tzung der Gr├╝ndung einer Waldorfschule in Mosigkau.
  • die F├Ârderung neuer Wege, wie z. B. eine noch engere Kooperation der Schulen mit der Wirtschaft oder mehr Praktika der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler in Unternehmen.Initiativen, wie der ÔÇ×Girls Day- und Boys DayÔÇť oder der ÔÇ×Tag der BerufeÔÇť, sind mit regionalen Partnern ganzj├Ąhrig vorzubereiten und von der Stadt aktiv zu unterst├╝tzen.
  • St├Ąrkung der Sekundarschulen und deren Aufwertung durch die Einf├╝hrung eines mehrj├Ąhrigen Praxisunterrichts. Dazu bedarf es einer kontinuierlichen Berufsorientierung statt wechselnder Projektf├Ârderungen.

Wirtschaft 

In der Vergangenheit wurde Dessau-Ro├člau durch Erfinder- und Unternehmergeist gepr├Ągt. Hugo Junkers und die Gr├╝nder der ContiGas (1855; heute EON) Hans Victor von Unruh und Wilhelm Oechelhaeuser sollen hier exemplarisch genannt werden. 

Noch heute ist Dessau-Ro├člau eine Stadt, in der neben einem dominierenden Dienstleistungssektor produzierende Unternehmen, ob aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Chemie, dem medizinischen und pharmazeutischen Bereich oder dem Ern├Ąhrungsgewerbe, eine wichtige Rolle spielen. 

Wir sehen Dessau-Ro├člau auch in Zukunft als Oberzentrum mit dem Potential f├╝r einen Aktivposten der Landesentwicklung zwischen Berlin und Leipzig.

Wir GR├ťNE werden uns einsetzen f├╝r:

  • die Unterst├╝tzung von Start-Ups durch Schaffung guter Rahmenbedingungen, Begleitung und Marketing.
  • eine Schwerpunktsetzung auf die Bestandspflege der in Dessau-Ro├člau ans├Ąssigen Unternehmen, denn sie sind die besten Botschafter f├╝r den Wirtschaftsstandort Dessau-Ro├člau.
  • eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Beispiel durch Ausrichtung bestehender KITA-Angebote auf die Familienbed├╝rfnisse.
  • eine gestaltungs- und serviceorientierte Stadtverwaltung mit schnellen Reaktionszeiten und fr├╝hzeitiger Information und Einbindung potentiell Betroffener.
  • Begleitung von Unternehmens├╝bergaben durch die Wirtschaftsf├Ârderung.
  • eine aktive Fachkr├Ąftewerbung durch Land, Stadt und Stadtmarketing sowie durch den R├╝ckkehrertag und eine werbende Willkommenskultur f├╝r Neub├╝rgerinnen und Neub├╝rger.
  • die innovative Nutzung von leerstehenden R├Ąumlichkeiten, wie zum Beispiel bei dem Student*innenprojekt VorOrt-Haus.
  • St├╝tzung des Rail-Clusters und St├Ąrkung von eGovernement.
  • eine st├Ąrkere Ber├╝cksichtigung land- und forstwirtschaftlicher Rohstoffe und Produkte aus unserer Region bei ├Âffentlichen Ausschreibungen, z. B. bei Bauma├čnahmen oder Mittagsverpflegung in ├Âffentlichen Einrichtungen. 

Tourismus

Wir wollen Dessau-Ro├člau zu einer nachhaltigen Tourismusdestination entwickeln. B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen bekennen sich zu einem weltoffenen und inklusiven Tourismus. Wir wollen die Einwohnerinnen und Einwohner aktiv in das Tourismuskonzept einbinden, um die Bed├╝rfnisse der Menschen vor Ort sinnvoll mit Tourismusangeboten abzustimmen.

Das in Umsetzung befindliche Tourismuskonzept und die Arbeit der Stadtmarketinggesellschaft werden wir weiterhin aktiv begleiten. In unseren internationalen Leuchtt├╝rmen (zwei Weltkulturerbest├Ątten Bauhaus und Gartenreich, Junkers-Erbe und UNESCO-Biosph├Ąrenreservat Flusslandschaft Elbe) sehen wir die touristische Grundlage unserer Stadt. In Verbindung mit dem umfangreichen st├Ądtischen Kulturangebot (s. Abschnitt Kultur) ist Dessau-Ro├člau ein attraktives Kulturreiseziel und ein besonderer Tagungsort. Dar├╝ber hinaus sehen wir mit dem Leitmotiv Bauhausstadt Dessau-Ro├člau eine weitere M├Âglichkeit der ├╝berregionalen touristischen Vermarktung.

Tourismus im Einklang mit Natur und Umwelt ist nicht nur beim Radtourismus unser Leitmotiv. Die Stadt Dessau-Ro├člau bietet sich als Ausgangspunkt f├╝r Reisen mit Umwelt- und Naturerlebnis sowie Bildungsreisen an.

Wir GR├ťNE werden uns einsetzen f├╝r:

  • die Erh├Âhung des Anteils der G├Ąste, welche mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln anreisen. Hierzu ist die Anbindung an den Bahnfernverkehr zu verbessern und zu verstetigen. Die G├Ąste ben├Âtigen dar├╝ber hinaus auf sie zugeschnittene Informationen zum Angebot des ├ľPNV der Stadt und der Umgebung. Den Anteil an ├ťbernachtungs- und Freizeitangeboten mit Nachhaltigkeits- und Umweltzertifizierung wollen wir steigern. 
  • die Profilentwicklung Dessau-Ro├člaus als Radreisestandort durch Qualifizierung und Weiterentwicklung der radtouristischen Infrastrukturen und Angebote. 
  • die Gr├╝ndung eines Beirats des Biosph├Ąrenreservats ÔÇ×Mittlere ElbeÔÇť zur Wahrung der Interessen von Natur und Mensch unter dem Motto: ÔÇ×Mensch und Natur im EinklangÔÇť.
  • ein barrierefreies Erleben unserer Doppelstadt. Hierzu sind sowohl bauliche Voraussetzungen zu verbessern sowie Anbieter ├╝ber unterschiedliche Anforderungen zu informieren, um diese in die Lage zu versetzten, die Belange aller G├Ąste zu ber├╝cksichtigen. Ein Augenmerk soll hierbei auch auf die Bereiche Allergien und Nahrungsmittelunvertr├Ąglichkeiten gerichtet werden. Die Marketingorganisation der Stadt sollte Informationen zielgruppenspezifisch ├╝ber die verf├╝gbaren Medien verbreiten. 
  • die F├Ârderung von Ma├čnahmen, die internationalen G├Ąsten den Urlaub erleichtern, wie z. B. mehrsprachige Speisekarten, Ber├╝cksichtigung kulturell bedingter Ern├Ąhrungsweisen, Informationen und Beschilderung sowie die Erweiterung interkultureller Kompetenzen bei im Tourismus t├Ątigen Personen. 

IV. Soziales Miteinander

tolerant, offen und demokratisch

Im Mittelpunkt GR├ťNER Sozialpolitik steht der Mensch.

Demokratie- und Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung verschiedener Gruppen und Ethnien werden von uns in unserer Stadt nicht geduldet. Alle Menschen sind gleich.

Alle Menschen sollen in unserer Stadt ein lebenswertes Leben f├╝hren, unabh├Ąngig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Orientierung, Glauben, etc.

Wir GR├ťNE werden uns einsetzen f├╝r:

  • die Einf├╝hrung integrierter Sozialplanung, um soziale, jugendpolitische und andere b├╝rgernahe Angebote auch in einer schrumpfenden Stadt dauerhaft anbieten zu k├Ânnen.
  • die Fortentwicklung des st├Ądtischen Anti-Gewalt-Netzwerkes und die Sicherung einer tragf├Ąhigen Zukunftsperspektive der beteiligten Institutionen wie Wildwasser e.V. und das Frauenhaus oder Pro-Mann.
  • die Verstetigung des vorhandenen Budgets im Bereich Soziales und Jugend, f├╝r die Aufrechterhaltung und Verst├Ąrkung der Jugendsozialarbeit in den Stadtbezirken sowie f├╝r die Erhaltung der soziokulturellen Strukturen durch Implementierung flexibler und mobiler Angebote.
  • mehr Raum f├╝r Kinder. Wir brauchen mehr Mittel zur Umsetzung der Spielplatzkonzeption, einen Kinderstadtplan, Kinderbetreuung bei allen st├Ądtischen Veranstaltungen und st├Ądtischen Einrichtungen. 
  • den Aufbau eines Kinder- und Jugendparlaments und die Schaffung eines/einer hauptamtlichen Kinder- und Jugendbeauftragten.
  • keine Geb├╝hrenerh├Âhungen bei den KiTa-Elternbeitr├Ągen, Bereitstellung einer kostenlosen und gesunden Essensversorgung.
  • die F├Ârderung von Beratungsstrukturen und Projekten, die Hilfe zur Selbsthilfe anbieten, die Kooperation und ein Miteinander f├Ârdern und die Br├╝cken zwischen Alt und Jung bauen (z. B. ASG, Familien- und Jugendf├Ârderungen).
  • die St├Ąrkung von Quartierskonzeptionen und f├╝r die Einf├╝hrung von Sozialraumbudgets, um unb├╝rokratisch kleine schnelle Hilfen vor Ort herbeizuf├╝hren.
  • die Etablierung einer Anlauf- und Servicestelle f├╝r Kinder- und Jugendliche, Eltern und Senioren in Form eines ÔÇ×Familienb├╝rosÔÇť au├čerhalb des Rathauses und Schaffung von Begegnungsst├Ątten bzw. Nachbarschaftszentren. Diese erm├Âglichen und f├Ârdern die Begegnung und die Gemeinschaft im Quartier, gegenseitige Hilfe und Austausch. Das Familienb├╝ro ber├Ąt und informiert bei allen Fragen rund um Familie, Elternschaft und Erziehung sowie Freizeit und Integration. Eltern, Gro├čeltern und andere Erziehende, aber auch Lehrkr├Ąfte, Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen k├Ânnen sich an das Familienb├╝ro wenden, das hilft, ber├Ąt und informiert:
  • ├╝ber bestehende Betreuungsangebote, z. B. in Kindertageseinrichtungen und bei Tagesm├╝ttern und -v├Ątern,
  • bei der Suche nach Freizeit-, Kultur- und Sportangeboten,
  • bei der Antragserstellung des Bildungs- und Teilhabepaketes,
  • in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern ├╝ber fr├╝hkindliche Bildungsma├čnahmen zur Sprachf├Ârderung, Sport und Bewegung und geeigneter Ern├Ąhrung f├╝r Kinder bis zu drei Jahren an,
  • ├╝ber die breite Angebotspalette der Beratungsstellen und Hilfsangebote in Dessau-Ro├člau.
  • die Gleichstellung von Stadtteilbeir├Ąten und Ortschaftsr├Ąten und Wahlen f├╝r Stadtteilbeir├Ąte.
  • Barrierefreiheit und schwellenloses seniorengerechtes Bauen und Sanieren und f├╝r Modellprojekte zur F├Ârderung und Entwicklung neuer oder alternativen Wohnformen (generations├╝bergreifende Wohnform), um selbstbestimmtes Leben l├Ąnger zu erm├Âglichen.
  • die Unterst├╝tzung von Firmen und Initiativen bei der Integration neuer B├╝rger*innen.
  • die Aktivierung von B├╝rgerinnen und B├╝rger f├╝r ein starkes demokratisches Dessau-Ro├člau.
  • eine St├Ąrkung der Ortsteile durch F├Ârderung von Ortsteilprojekten wie Dorfgemeinschaftsl├Ąden (u. a. ├╝ber F├Ârderprogramm LEADER) sowie Unterst├╝tzung von Festen und Vereinen.

V. Kultur, Freizeit und Sport

lebendig, interessant und aktiv

In diesem Themenfeld zeigt sich sehr deutlich, dass Dessau-Ro├člau eine Stadt ist, die im st├Ąndigen Ausbalancieren von Extremen bestehen muss. Wir GR├ťNE stehen daf├╝r, dass sich Gegens├Ątze nicht ausschlie├čen, sondern sich erg├Ąnzende Teile eines Ganzen sind. Aus der st├Ąndigen Abw├Ągung von Interessen entsteht Entwicklung, die gut f├╝r unsere Stadt ist. 

Das eine ist ohne das andere f├╝r uns nicht denkbar. Nur beides zusammen macht unsere Stadt lebenswert und liebenswert. Hochkultur und Soziokultur, Spitzensport und Breitensport, Mehrgenerationenhaus und Jugendinitiative, Musikschule und Singekreis – f├╝r uns GR├ťNE ist essentiell, dass alle Menschen Zugang zum kulturellen Reichtum unserer Stadt haben.

Wir GR├ťNE werden uns einsetzen f├╝r:

  • die Umsetzung der kulturrelevanten Konzepte aus der Landesgartenschaubewerbung, insbesondere f├╝r eine Kulturzone f├╝r Open-Air-Veranstaltungen mit Konzerten und Kleinkunst.
  • eine halbj├Ąhrlich tagende st├Ądtische Kulturkonferenz aller Akteur*innen, um das Verst├Ąndnis f├╝reinander weiter zu vertiefen und die sparten├╝bergreifende Zusammenarbeit auszubauen. 
  • den Ausbau des Konzeptes ÔÇ×StadtsommerÔÇť mit Marketingunterst├╝tzung f├╝r regelm├Ą├čige Veranstaltungsh├Âhepunkte bei j├Ąhrlich wechselnden Themen in Zusammenarbeit mit der o. g. Kulturkonferenz.
  • die Einrichtung einer kommunalen Freiwilligenvertretung, um b├╝rgerschaftliches Engagement zu koordinieren und Drittmittel daf├╝r einzuwerben.
  • den Erhalt des Anhaltischen Theaters und der Anhaltischen Philharmonie als B-Orchester, indem keine weiteren K├╝rzungen vorgenommen werden und die Umwandlung in ein Staatstheater. 
  • die punktuelle Anpassung der Eintrittspreise in Museen und Theatern unter Ausbau der Dessau-Ro├člau-Card f├╝r sozial Benachteiligte.
  • die Pr├╝fung der wirtschaftlichen und inhaltlichen Relevanz einer st├Ądtischen Kulturgesellschaft.
  • ein Regionalmarketing insbesondere im Kulturbereich, denn die gro├čen Festivals und der Reichtum der Weltkulturerbest├Ątten auf engstem Raum k├Ânnen nur regional abgestimmt ad├Ąquat vermarktet werden.
  • die Zusammenf├╝hrung und Weiterentwicklung von digitalen Angeboten im Bereich Veranstaltungs- und Tourismusmarketing, insbesondere in App-Form.
  • mehr Raum f├╝r freie Kultur in unserer Stadt. Vorhandene und entstehende Initiativen sind zu unterst├╝tzen, ein Budget f├╝r kurzfristige Mikroprojekte ist einzurichten, Aktivposten, wie das VorOrt-Haus, die ├ľlm├╝hle oder das K.I.E.Z., sind in ihrer Entwicklung zu f├Ârdern. Es sind Fl├Ąchen f├╝r Graffiti anzubieten.
  • Stadtfeste als Teil gelebter Urbanit├Ąt und guter Begegnungsm├Âglichkeit. F├╝r Orts- und Stadtteilfeste sind die Gestaltungsm├Âglichkeiten der am 26. Mai zu w├Ąhlenden Beir├Ąte in den Ortschaften und Stadtteilen zu st├Ąrken. 

VI. Transparenz, Toleranz, Demokratie st├Ąrken

Transparenz, Toleranz, Demokratie und die Bek├Ąmpfung von Rechtsextremismus sind Kernpunkte Gr├╝ner Politik. 

In Zeiten des erstarkenden Rechtsextremismus, einer immer st├Ąrker werdenden rechtspopulistischen Partei wie der AfD und immer mehr Freiheiten f├╝r rechte Meinungsmacher*innen m├╝ssen die demokratischen Kr├Ąfte in unserer Stadt, im Land Sachsen-Anhalt und im ganzen Bundesgebiet zusammen stehen und Flagge zeigen und die Demokratie st├Ąrken. Aber es reicht nicht aus, gegen den Rechtsextremismus zu k├Ąmpfen. Wir m├╝ssen uns dar├╝ber hinaus f├╝r eine breite tolerante und freie Gesellschaft einsetzen und uns gegen jede Form von Gewalt stellen. Dazu geh├Ârt auch mehr Beteiligung der B├╝rgerinnen und B├╝rger sowie deren gew├Ąhlter Vertreter bei Entscheidungsprozessen.

Wir GR├ťNE werden uns einsetzen f├╝r:

  • eine intensive Auseinandersetzung mit rechtem Gedankengut und die Bek├Ąmpfung neofaschistischer Str├Âmungen durch
    • die Unterst├╝tzung bestehender Initiativen, wie das Netzwerk Gelebte Demokratie, B├╝ndnis Dessau Nazifrei oder der Initiative Buntes Ro├člau. Die St├Ąrkung und F├Ârderung der Gedenk- und Erinnerungskultur (z. B. Stolpersteine, Forschungsgruppe ZYKLON-B, Alternatives Jugendzentrum, uvm.).
    • Teilnahme und Organisation von Veranstaltungen gegen Rechtsextremismus.
  • die Verstetigung der Integrationsbem├╝hungen in der Stadt Dessau-Ro├člau.
  • die Neuauflage eines transparenten B├╝rgerhaushalts als Mitgestaltungsm├Âglichkeit f├╝r B├╝rgerinnen und B├╝rger. 
  • die Informationsfreiheitssatzung als Verpflichtung f├╝r ein transparentes Verwaltungshandeln f├╝r Stadtrat und B├╝rgerschaft durch Offenlage aktueller Prozesse in einem umfassenden B├╝rgerinformationssystem.
  • eine fr├╝hzeitige aktive und vermittlungsorientierte Darstellung von st├Ądtischen Vorhaben weit ├╝ber die bisherige Verwaltungspraxis hinaus (Bauwagen vor Ort, Begehungen, tempor├Ąre Installationen).
  • eine/einen beim OB angesiedelten B├╝rgerbeauftragte/n mit den Aufgabenfeldern Anfrage- und Beschwerdemanagement, Beratung f├╝r b├╝rgerschaftliches Engagement und Information ├╝ber rechtliche, organisatorische und finanzielle Unterst├╝tzungsm├Âglichkeiten f├╝r Initiativen.