II. Umwelt und Natur

Die letzten Jahre haben uns mit dem Hochwasser und dem letzten extrem trockenen und heißen Sommer deutlich gezeigt, welche Herausforderungen auf uns im Zuge der Klimakatastrophe zukommen. Unsere Stadt ist gefordert, alles ihr Mögliche zu tun, um zum Klimaschutz beizutragen (siehe Kap. I), sich aber auch auf die schwerwiegenden Änderungen des Klimas einzustellen. Hochwasserschutz und der Umgang mit Wassermangel sind dabei besondere Herausforderungen. Dabei darf die Verbesserung des technischen Hochwasserschutzes nicht alleine im Vordergrund stehen. Ein nachhaltiger Hochwasserschutz kann nur erreicht werden, wenn überregional Strategien entwickelt und insbesondere Überflutungsflächen geschaffen werden.

Elbe und Mulde sowie das Biosphärenreservat „Mittlere Elbe“ prägen die einzigartige Kultur- und Naturlandschaft, in der und von der wir leben und die einen Schatz für unsere Stadt darstellen. Diesen wollen wir schützen, aber ebenso als Erholungsraum und für naturnahen Tourismus nutzen. 

Wir Grüne sehen uns aus Überzeugung und aufgrund unserer Parteigeschichte als natürliche Partner der anerkannten Umweltverbände und entsprechender Bürgerinitiativen. Wir werden die örtlichen Aktivitäten und Projekte dieser Gruppierungen dort, wo es uns möglich ist und sinnvoll erscheint, im politischen Raum unterstützen. 

Wir GRÜNE werden uns einsetzen für:

  • den Schutz der Elbe und Mulde einschließlich der FFH-Gebiete, des UNESCO-Welterbes Dessauer-Wörlitzer Gartenreich, des UNESCO-Biosphärenreservats Mittelelbe und der weiteren Schutzgebiete sowie die Unterstützung der relevanten Initiativen zum Erhalt der Flusslandschaft Elbe und die sorgfältige und kritische Prüfung von Bauvorhaben. Wir wollen lebendige und saubere Flüsse und Seen sowie die Wiederanbindung des Rehsumpfs an die Mulde.
  • die Nutzung der Flusslandschaft als Erholungsraum für Bürgerinnen und Bürger, zum Beispiel durch die Einrichtung einer Badestelle direkt an der Mulde. Naturnahe Angebote, wie zum Beispiel Fluss- oder Fahrradtourismus, sollen den Tourismus in unserer Stadt stärken.
  • die Beteiligung der/des Naturschutzbeauftragten bei allen Verkäufen von naturschutzfachlich relevanten Flächen.
  • eine frühzeitige und umfassende Bürger*innenbeteiligung sowie die Berücksichtigung der Interessen des Natur- und Umweltschutzes und der Naherholungsfunktion der Landschaft bei (Bau-)Projekten.
  • mehr innerstädtisches Grün mit geringem Pflegeaufwand zur Freude der Bürgerinnen und Bürger, zur Luftreinhaltung, gegen Überhitzung und als Insektenlebensraum. Die Schaffung von Blühhecken, Blühstreifen, Blühwiesen und der Erhalt und die Pflege der Streuobstwiesen liegen uns am Herzen.
  • ein Bekenntnis der Stadt Dessau-Roßlau als „pestizidfreie Kommune“, wie schon 250 deutsche Städte zuvor. Der Eigenbetrieb Stadtpflege setzt schon jetzt keine Pestizide bei der Pflege öffentlicher Flächen mehr ein, denn ein kompletter Verzicht auf Pestizide in Kommunen ist schon heute möglich, ohne die Unterhaltungspflichten einer Gemeinde zu vernachlässigen. 
  • die Verbesserung des Herdenschutzes durch eine Zusammenarbeit mit dem Wolfskompetenzzentrum.
  • die Einschränkung von Baumfällungen auf das unvermeidbare Maß und deren nachvollziehbare und transparente Darstellung für die Bürgerinnen und Bürger sowie für Ersatzpflanzungen, die schnell wieder eine ansprechende Wuchshöhe erreichen.
  • die Förderung der Umweltbildung für Familien und in Schulen, um Natur- und Umweltschutz erfahrbar und erlebbar zu machen, zum Beispiel durch die Förderung von Schulgärten und Schulimkern.

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